Als Erzieherin gab es noch nicht einen Tag, an dem ich nicht gern zur Arbeit gegangen bin.

Wenn mir die Kinder ihre Zuneigung zeigen, ist das einfach umwerfend.

Inhalte des Fachschulstudiums

Die schulischen Inhalte basieren auf dem Rahmenlehrplan der Staatlichen Fachschulen für Sozialpädagogik.

Unterrichtet werden im Laufe der Ausbildung insgesamt 6 Lernfelder mit jeweils unterschiedlichen Stundenzahlen:

 

1. Berufliche Identität und professionelle Perspektiven entwickeln

Das Lernfeld 1 stellt den Erziehenden selbst in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Es wird nach Berufswahlmotiven, nach der eigenen Geschichte und Persönlichkeit, nach Erwartungen und Vorstellungen gefragt. Biografiearbeit und Selbstreflexion spielen hier eine zentrale Rolle. In Ausübung verschiedener Arbeitsmethoden (Referate, Gruppenarbeiten, LEK, Hausarbeiten, Diskussionen ...) erfahren die Auszubildenden viel über den eigenen „Lerntyp“. Die Auseinandersetzung mit Ethik und pädagogische Leitbildern, ergänzt von Faktenwissen über Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe, unterstützen die Herausbildung einer beruflichen Identität.

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Berufswahlmotive

  • Eignung aufgrund von Kompetenzen
  • Selbstreflektion von Kindheit und Jugend
  • pädagogische Leitbilder
  • Ethik im sozialen Beruf
  • Kompetenzen

Bildungsauftrag

  • Aufgaben und Erwartungen an Erzieherberuf
  • in einzelnen Arbeitsfeldern

Strategien des Selbstmanagements

  • Lernen in der Ausbildung (Lerntypen, Lernformen)
  • Arbeitstechniken (Referate, Gruppenarbeiten, LEK, Hausarbeiten, Diskussionen, Regeln usw.)

Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe

  • Arbeitstarif
  • vertragliche Rahmenbedingungen
  • Vorbereitung auf rechtl. Bedingungen im Praktikum

 

2. Pädagogische Beziehungen gestalten und mit Gruppen pädagogisch arbeiten

Im Lernfeld 2 werden die Begriffe von Bildung und Erziehung im gesellschaftlichen Kontext reflektiert. Pädagogischen Theorien und Methoden liegen unterschiedliche Bilder vom Kind zugrunde. Beziehungsgestaltung als Kernthema des pädagogischen Alltags wird von verschiedenen Seiten beleuchtet: Gruppendynamik, Partizipation, Distanz und Nähe im professionellen Kontext, Konfliktmanagement und viele methodische Lösungsansätze kommen zur Sprache.

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Bildung und Erziehung

  •  Begriffe und Ansätze

Pädagogik im historisch gesellschaftlichen Kontext

  •  Bild vom Kind
  •  schwarze Pädagogik – Reformpädagogik
  • Theorien und Methoden / Erziehungsstile in der Kinder- und Jugendarbeit

Pädagogische Grundhaltung

  • Beziehungsarbeit
  • Bindungstheorien
  • Distanz und Nähe – Professionalität
  • Konzepte und Ansätze in klassischen Lernfeldern
  • Kleinkindpädagogik – U3
  • Kindergartenpädagogik 3 bis 6 Jahre
  • Konzepte und Konzeptionen
  • Begriffsklärung
  • Leitbild
  • Bildungsplan (mit LF 4 Verknüpfung)
  • Konzepte und Ansätze in klassischen Arbeitsfeldern von 6 bis 27 Jahre
  • Vorschularbeit
  •  Schule / Hort
  • offene Kinder- und Jugendarbeit

Partizipation im Alltag in Gruppen

  • Ziele
  • Handlungen
  • Methoden
  • Evaluation der Angebote und Gruppenerleben
  • Alltagsleben und Raumgestaltung

Modelle von Interaktionsprozessen in Beziehungen in Gruppen im Alltag

  •  Typen, Gruppendynamik, Regeln, Auffälligkeit und Norm

Konfliktmanagement in Gruppen (Kinder und Jugendliche) im Alltag

  • Entstehung (Mobbing, Streit)
  • Einsichtsfähigkeit (Moral nach Piaget, Kohlberg)
  • methodische Lösungsansätze

Rechtliche Konfliktfälle in der Jugendhilfe

 

3. Lebenswelten und Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern

In Lernfeld 3 geht es um Lebenswelten und Diversitäten – also um Auffälligkeiten, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zeigen. Dieses Lernfeld widmet sich damit der Psychologie, Kommunikation und Sozialisation. Ziel dabei ist bedürfnisorientiertes Handeln, um Inklusion zu fördern. Beobachtung und Dokumentationsverfahren werden beleuchtet, ebenso wie Besonderheiten von Sprache und Kommunikation. Vor dem Hintergrund von Begriffen wie Sozialisation, Kultur und Norm werden Individualität und Abweichung diskutiert und der rechtliche Rahmen von Förderprozessen aufgezeigt.

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Beobachtung und Dokumentationsverfahren in Förderprozessen

Modelle menschlichen Verhaltens

  • tiefenpsychologische Theorie
  • Lernen (Typen, Theorien, Prozesse)
  • Resilienzkonzepte

Sprache und Kommunikation

  • Kommunikations- und Interaktionsstörungen
  • Metakommunikation
  • Sprache: Bedeutung, Funktion, Struktur
  • Deutsch als Zweitsprache, Mehrsprachigkeit
  • interkulturelle Sprachkompetenz und Erziehung
  • Sprache und soziale Schicht, Geschlecht, Gruppe; Jugendsprache
  • Sprach- und Sprachentwicklungsstörungen
  • Beratungs- und Fördereinrichtungen

Sozialisation

  • Individualität und Persönlichkeit
  • Bedingungen und Instanzen
  • Modelle und Theorien
  • Gruppenverhalten
  • Religion und Ethik

Norm und Abweichung

  • Erziehungsziele
  • Erziehungshilfe- und Förderbedarf
  • Handlungskonzepte
  • Inklusion

Individualität und Persönlichkeit

  • Norm und Kultur
  • Gender: geschlechtsspezifische Erziehung
  • pädagogische Handlungsansätze

Rechtliche Rahmenbedingungen

  • UN-Kinderrechte
  • Inklusion
  • SGB VIII, SGB IX
  • Hilfeplan nach SGB IX

 

4. Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten

Das Lernfeld 4 ist das umfangreichste Feld des Ausbildungsplans und sehr praxisorientiert, denn es umfasst die Bildungsarbeit in allen Bildungsbereichen und behandelt parallel den Bereich der Ästhetik noch einmal gesondert. Die Fachstudierenden lernen Bildungspläne als Grundlage für die Gestaltung pädagogischer Angebote in grundlegenden Bildungsbereichen zu nutzen: Ästhetik und Kunst, Spiel, Musik und Rhythmus, Naturwissenschaft und Technik, Mathematik, Sprache, Gesundheit, Ernährung und Bewegung.

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Bildungspläne als Grundlage für die Gestaltung pädagogischer Angebote in verschiedenen Bildungsbereichen und Arbeitsfeldern

  • Bedeutung und
  • Einführung in das Bildungsprogramm
  • Bildungsbereiche vorstellen

Pädagogische Bildungsarbeit und Handlungsmedien im Überblick:

  • Ausdrucksweisen und
  • Selbstbildungsprozesse in verschiedenen Altersbereichen und Arbeitsfeldern (U 3, Kindheit, Jugend)

Ästhetik und Kreativität / Kunst

  • Begriffe
  • ästhetisches Modell
  • Intuition
  • Kunst und Kreativität
  • Raum- und Alltaggestaltung nach ästhetischen Gesichtspunkten
  • Bildungsbereich des BBP: Spiel
  • Methoden und Ziele des Bereichs
  • Kompetenzen
  • Spieltheorien
  • Spielentwicklung
  • Spielbegriff nach Fröbel und Montessori
  • Spielformen
  • Methoden
  • Spielmaterial (gesundheitlicher und päd. Bezug)
  • Raumgestaltung

Bildungsbereich des BBP: Musik und Rhythmus

  • Methoden und Ziele des Bereichs
  • Kompetenzen
  • Entwicklung von musisch-rhythmischen Kompetenzen
  • Singen mit Kindern
  • Singen mit Jugendlichen
  • Medien
  • Rhythmus / Instrumente
  • pädagogische Kriterien der Bewertung von altersgemäßer Eignung
  • Raumgestaltung
  • Tanz- und Bewegungslieder (Fröbel)
  • Fingerspiele
  • Reime
  • Konzepte der Musikpädagogik (u.a. Fröbel, Waldorf u.ä.)

Bildungsbereich des BBP: Naturwissenschaft und Technik - Umwelt und Natur

  • Methoden und Ziele des Bereichs
  • Kompetenzen – kognitive Entwicklung
  • umweltpädagogische Handlungskonzepte / Theorien: Umwelt- und Ressourcenorientierung
  • Innen- und Außenräume
  • Sinneslehre
  • Experimente
  • Medienpädagogik
  • Tierpädagogik
  • Pflanzenkunde
  • Konzepte der Naturpädagogik (Montessori, Waldkita u.a.)

Bildungsbereich des BBP:  Mathematik

  • Methoden und Ziele des Bereichs
  • Kompetenzen (Schule und Kindergarten)
  • Medien / Materialien
  • lernanregende Raumgestaltung und pädagogischer Alltag
  • Störungen und Förderung

Bildungsbereich des BBP: Sprache – Literacy (Sprachförderung)

  • Methoden und Ziele des Bereichs
  • Kompetenzen
  • Begriff Literacy und Programm: Bedeutung, Entstehung
  • Sprachspiele, Reime, Puppenspiel
  • Theaterspiel (Kinder und Jugendliche)
  • Förderungskonzepte bei Sprachstörungen
  • Förderungskonzepte bei Mehrsprachigkeit (Inklusion)
  • Kinder- und Jugendliteratur (pädagogische Eignung altersentsprechend einschätzen)
  • Vorlesen und Buchbetrachtung
  • Raumgestaltung
  • Bibliothek
  • Medienpädagogik
  • Konzepte mit Sprachschwerpunkt

Bildungsbereich des BBP: Gesundheit, Ernährung und Bewegung

  • Methoden und Ziele des Bereichs
  • Kompetenzen
  • Bedeutung von Bewegung in der Entwicklung
  • Bewegungsspiele / Formen
  • Entwicklungspsychologische Aspekte (Regeln, Verlieren / Gewinnen altersentsprechend einschätzen)
  • Bewegung und Sport (Jugendlichkeit)
  • Psychomotorik und psychomotorische Entwicklung (Pikler)
  • Feinmotorik (Vorschulpädagogik)
  • Innen- und Außenräume

Gesundheitslehre

  • Gesundheit (Begriff und Theorien) und Bewegung
  • Ernährungsmodelle und gesellschaftliche Sozialisation
  • Körperliche Störungsbilder (Diversität) – Essstörungen und Förderkonzepte
  • Resilienz

Kinderzeichnungen

  • Bedeutung, Methoden und Ziele
  • Kompetenzen
  • Entwicklung: vom Schmieren zum Zeichnen
  • Formen, Material und Angebote
  • Zeichnungen als Sprache der Kinder erfassen – Auffälligkeiten und Förderung
  • Medien
  • Raumgestaltung

Bildnerisches Gestalten

  • Kompetenzen
  • Materialien wie Ton, Wolle, Knete, Holz, Stein, Papier
  • Methoden und Techniken
  • vorbereitete Umgebung

 

5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie Übergänge unterstützen

Das Lernfeld 5 beschäftigt sich mit Erziehungs- und Bildungspartnerschaften und damit mit Elternarbeit und dem Thema Familie. Kooperation und Zusammenarbeit in Elternpartnerschaft sind ein Kernthema im pädagogischen Alltag. Die Fachstudierenden trainieren Präsentations- und Moderationstechniken, machen sich mit Unterstützungssystemen für Familien, Kinder und Jugendliche vertraut und erhalten Handlungshilfen für den Verdachtsfall der Kindeswohlgefährdung.

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Familie

  • Begriff
  • im gesellschaftlichen Wandel
  • Erziehungsaufgaben
  • Formen
  • Lebenssituationen mit kulturellen, religiösen, ethnischen Bezügen
  • geschlechtsspezifische Erziehung Gender: Rollenbilder

Kooperation und Zusammenarbeit in Elternpartnerschaft

  • Methoden und Formen
  • Kommunikation und Elterngespräch
  • Gesprächsformen

Unterstützungssysteme für Familien, Kinder und Jugendliche (Verknüpfung mit LF 2)

  • Beratungssysteme in besonderen Lebenssituationen im Netzwerk
  • Elternberatung
  • Kinder- und Jugendberatung
  • Beratung von Fachkräften
  • Konzeption und Organisation des Familienzentrums

Unterstützungssysteme für Familien, Kinder u. Jugendliche

  • Heimpädagogik und betreutes Wohnen u.a.
  • Konzept und Historie (Pestalozzi, Korsak)
  • Aufgaben und Alltag / Ziele, Bedeutung
  • Bezüge / rechtlicher Auftrag

Präsentations- und Moderationstechniken

  • in der Ausbildung
  • Elternabend
  • Öffentlichkeitsarbeit

Transitionsprozesse

  • Begriff / Bedeutung / Modell
  • Gestaltung von Übergängen (U 3, Kita, Schule, Pubertät)
  • Kooperation mit anderen Einrichtungen

Kindeswohlgefährdung und Schutzauftrag

  • Netzwerk
  • Leitfaden zum Handeln
  • Formen und Ursachen
  • Psychohygiene
  • rechtliche Bezüge
  • Hilfe zur Erziehung

 

6. Institution, Team und Qualität entwickeln sowie in Netzwerken kooperieren

Das Lernfeld 6 behandelt die Arbeit im Team. Im Zentrum steht die Frage, wie Team und Institutionen arbeiten sollten, um die Betreuungsqualität für Kinder, Jugendliche und Eltern zu sichern und um gleichzeitig für die MitarbeiterInnen selbst Rahmenbedingungen zu bieten, in denen eine positive Arbeit stattfinden kann. Fortbildungen helfen gezielt bei inhaltlichen Fragen, Mediation und Supervision unterstützen die persönliche Entwicklung und begleiten Teamprozesse. Die Kenntnis der Rechtsgrundlagen und Finanzierungsstrukturen ist für eine nachhaltige Team- und Organisationsentwicklung von grundlegender Bedeutung.

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Qualitätssicherung

  • Begriff, Entstehung und Bedeutung, Ziele
  • Formen und Methoden
  • Konzepte als Grundlage
  • Fortbildung
  • Bezüge

Qualitätssicherung und Evaluation

  • Teamarbeit und Teamentwicklung
  • Typen und Gruppendynamik
  • Supervision
  • Mediation
  • kollegialer pädagogischer Austausch (Dienstversammlung), Leitungsaufgaben
  • Führungsstile

Organisationsentwicklung

  • Organigramm
  • Freie und öffentliche Trägerschaften
  • Zeitmanagement
  • Öffentlichkeitsarbeit – Netzwerkarbeit: Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie anderer Fachdienste

Konzeptionelle Ansätze von Alltagsgestaltung

  • Konzeptionsentwicklung im Team nach klassischen Arbeitsfeldern und
  • nach Bildungsbereichen
  • Leitbildentwicklung

Rechtsgrundlagen und Finanzierungsstrukturen

  • Personalschlüssel
  • Gehalt, Fortbildung, Urlaub usw.
  • Räume und andere Vorgaben
  • Rahmenbedingungen von Bildungseinrichtungen
  • ErzieherIn sein – Bereiche und rechtliche Bedingungen (z.B. Tagespflege in Selbstständigkeit, innewohnende Erziehung usw.)

Kooperationspartner

  • Infrastruktur
  • Vernetzung
  • Wirksamkeit und Bedeutung

 

Im Rollenspiel werden typische Konfliktsituationen des Kita-Alltags aus der Perspektive aller Beteiligten nachempfunden.

Methoden

Die Lehrmethoden an der Pro Inklusio – Fachschule richten sich nach den Bedürfnissen der Fachstudierenden sowie nach den räumlichen und materiellen Möglichkeiten. Darunter sind

  • Gruppenarbeiten
  • Referatsvorträge
  • Diskussion und Austausch
  • Rollenspiele
  • Werkstattarbeit
  • Textarbeit
  • Fachvorträge durch Dozenten und Gastdozenten
  • Exkursionen, Hospitation und Kooperation im Netzwerk

Lernfeldarbeit

Im Zentrum aller Lernfelder steht für jedes Semester bzw. für jeden größeren Themenbereich eine Arbeitsaufgabe, die eine typische Alltagssituation aus der beruflichen Praxis beschreibt – also eine tatsächliche Situation mit Aufforderungscharakter zum Handeln. An dieser Lernsituation orientiert sich die Wissensvermittlung aller DozentInnen, die in diesem Lernfeld unterrichten. Ziel der Ausbildung ist es, die Fachstudierenden zum pädagogischen Handeln zu befähigen. Das Ergebnis wird mittels Selbst- und Fremdeinschätzung reflektiert und von den DozentInnen beurteilt.

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